Für die stillen und unsichtbaren Helden!

Heute früh habe ich mich schön gemacht. Bunte Kleidungsstücke ausgewählt, mich geschminkt, die zu langen Haaren in eine halbwegs nette Frisur gebracht und schöne Ohrringe genommen. Warum? Wo ich doch weiter nichts anderes tue, als daheim arbeiten, eventuell einkaufen gehen und mit dem Hund "Gassi"...? Mir war danach! Ich brauchte Fröhliches, Aufmunterndes und ein wenig Pre-Corona-Alltag in meinem Leben. Und es tut mir gut!

Denn nur zuhause in freiwilliger Quarantäne, direkte soziale Kontakte allesamt reduziert auf meine kleine Familie, die anderen nur per ZOOM-Call oder Telefon. Arbeiten ohne Aufträge, nicht wissend was der Berufsalltag nach der Corona-Krise bereithält und ein Bangen ob der derzeitigen und zukünftigen, finanziellen Lage. All das ist absolut "uncool" und geht unheimlich an die Substanz...

Trösten tut mich nicht, dass ich eine von Millionen Menschen bin, denen es so geht wie mir. Ich fühle mit ihnen. Und, dass viele von uns in weit härteren, zum Teil unvorstellbaren Umständen durch diese Krise gehen müssen, macht mich ebenso traurig wie beschämt. Aber es ist zurzeit leider so!

Jene die vorher schon alleine waren, oder kurz vor der Krise einen geliebten Menschen verloren haben. Familien, die von einem Tag auf den anderen den schulischen und beruflichen Alltag zuhause bewältigen müssen. Alleinerziehende Eltern, die schon lange finanziell zu kämpfen haben. Alte Menschen im Heim oder in ihren vier Wänden, die keinen Besuch empfangen dürfen. Kranke, die Angst haben sich anzustecken. Junge Menschen, die Bewegung brauchen und "Abhängen" wollen. Selbständige, die von heute auf morgen alle ihre Aufträge verloren haben. Kleine Unternehmer, die ihre Leute kündigen mussten und sich mit horrenden Mieten, Ware und Schulden wiederfinden. Die Angestellten, die jetzt auf "der Straße stehen" und nicht wissen wie es weiter geht...

Sie alle kämpfen sich von einem Tag auf den anderen durch Hochs und Tiefs. Sie verfolgen die aktuellen Nachrichten, die derzeit auch nicht erbaulich sind und müssen warten auf das was kommt. Sie sind zuhause und tun ihr Bestes. Sie halten sich fern von anderen, damit sie das Gesundheitssystem nicht noch mehr strapazieren und die Kurve flach halten, damit die Krise bald ein Ende hat.

All diese Menschen sind für mich auch Helden! Denn auch sie leisten ihren Beitrag für die Gesellschaft. Sie bringen Opfer, versuchen durchzuhalten und gehen an und über ihre Grenzen.

Ich stell mich heute ans Fenster, vor die Tür, in den Garten und applaudiere für sie, für diese "stillen, unsichtbaren" Helden, die Kraft, Konsequenz und Mut beweisen. Ich verneige mich und sage DANKE!

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