Mein Leben in Freiheit...

Ich erinnere mich noch gut als meine Freundin Simone zu einer Coaching-Einheit da war und mir erzählt hat, dass sie nach dem Tod ihrer Mama ihrem Vater geholfen hat. Sie hatte immer dieses ambivalente Verhältnis zu ihrem Vater. In vollem Pflichtbewusstsein hat sie die Wäsche am Wochenende gebügelt und das Haus gesaugt und Staub gewischt. Sie hat sich um den Garten gekümmert und es als meditative Tätigkeit gesehen, wenn sie den Oleander, die Pfingstrosen und den Apfelbaum in der Wiese mit kühlendem und erfrischendem Nass verwöhnen durfte. Ihr Vater saß im Liegestuhl, beugte sich vor, lugte um die Ecke, kommentierte was er sah in kurzem Stakkato und lehnte sich zufrieden wieder zurück. Es war seine Art, wie er sich mit dem Leben arrangiert hatte. Aus sich heraus ging er nur, wenn er mit alten Freunden über Gott und die Welt philosophierte oder sich über die politischen Bedingungen beschwerte. Sie kannte ihren Vater nur als hartschuftend und sehr sparsam - immer zum Wohle der Familie. Da kam in Simones‘ Schilderung durchaus die eine oder andere Lebensweisheit durch, die ich selber von meiner Herkunftsfamilie kannte.

Was ist es, das uns manches Mal dermaßen verzweifeln lässt, wenn wir unsere Eltern beobachten?

Ist es die Angst, dass wir genauso sind wie unsere Eltern? Dass wir das, was wir vorgelebt bekommen haben, vollkommen übernommen haben?


Ich gebe Simone eine Arbeitsaufgabe, damit ich mich um meine eigenen Gedanken kümmern kann. Vor meinem inneren Auge erscheint das türkisblaue Wasser des Wörthersees und das lachende Gesicht meiner Tochter mit diesen glücklich strahlenden Augen. Zu diesem Bild höre ich die Musik vom Ed Sheeran Konzert und beginne unweigerlich zu lächeln. Es ist dieses Gefühl von bedingungsloser Liebe, die ich für meine Tochter und für das Leben verspüre. Eine tiefe Demut vor dem Leben. Auch vor mir selber, weil ich mit jedem Atemzug mehr zu mir stehe und mich mehr liebe. Dieses Gefühl von Freiheit und Sehnsucht und auch von Dankbarkeit, dass ich meinem Weg konsequent weiter gehe. Ohne wenn und aber, mir gegenüber. Ich habe mich einem innerlichen Befreiungsschlag unterzogen. Ich brauche nicht mehr die Bestätigung meiner Eltern, dass ich ein toller Mensch bin und die Erlaubnis, dass ich ein erfolgreiches Leben führen darf. Die Erkenntnis war befreiend, denn ich wusste lange nicht wer ich bin oder was mich ausmacht.


Bis ich vor langer Zeit vom Kompass-Modell hörte. Es besteht aus drei Komponenten. Es geht darum, ein Ziel, sprich eine innere Ausrichtung, einen Sinn zu haben und den Weg zu beschreiten. Bestenfalls sind die drei Kompassnadeln ident, denn dann stimmen die Handlungen und die Sinnhaftigkeit überein und ich verwirkliche meinen Sinn mit den Zielen entlang des Weges. Hier lade ich dich ein, dieses Modell einem Selbstversuch zu unterziehen.


Mir wurde mit meiner Coaching-Ausbildung vor Augen geführt, dass ich am besten Weg war, meinem Wunschleben hinterherzuhechten. Ich lachte nicht mehr, lebte ein angepasstes Leben und wurde wachgerüttelt, mich selbst zum besten Projekt zu machen. Ich stieg mehr und mehr ein in die Tiefe meiner Gedankenwelt (auch mit meiner Ausbildung zur Mentaltrainerin) und kam mir auf die Schliche, was nicht mehr zu mir passte. Mit der Ausbildung von Robert Betz zum Tranformations-Coach lernte ich zu fühlen, was gefühlt werden will und loszulassen, was nicht mehr mir gehört. Das tut unglaublich gut. Ich lernte bei den H’Oponopono-Tagen in Deutschland, dass ich mir und meinen Arsch-Engel vergeben darf. Ich löste mich vom Bedürfnis es anderen recht machen und gesehen werden zu wollen, ließ die Angst vorm alleine-sein los und fühlte mich lebendig wie nie zuvor. Dieses schonungslose Aufräumen in meinem Kopf gab mir Hoffnung und Mut. Das Anerkennen meiner Macht und die Übernahme meiner Selbstverantwortung erfreuten mein Herz. Ich begann förderliche Glaubenssätze und Affirmationen zu installieren und diese begleiten mich bis zum heutigen Tage. Und dieses wunderbare, schöne Leben ist geil. Es fühlt sich toll an, aus dem geheilten Erwachsenen-Ich als souversäne und zufriedene Frau zu agieren. Und du darfst deine Eltern enttäuschen. Auf eine Art und Weise, dass sie es annehmen können. Denn eins ist klar, wenn du das Leben nach den Vorstellungen und Wünschen deiner Eltern lebst, dann vergißt du ganz klar auf dich. Dann willst du es deinen Eltern um jeden Preis recht machen. Löse dich davon. Für dich. Denn nur, wenn du anfängst, DEIN Leben zu leben und die Verantwortung dafür zu übernehmen, dann geschieht Heilung in dir. Und erst dann ist eine echte und tiefe Verbundenheit zu deinen Eltern möglich. Das Heilsame ist dann, dass du keiner Selbsttäuschung mehr erliegst und die Ent-täuschung zu Ende ist. Dein Luftschloss bekommt ein Fundament und du fühlst dich selbstbestimmt und emanzipiert – deinen Eltern und dem Leben gegenüber.

Herz, was willst du mehr?


19 Ansichten

© 2020 by Petraschka & Popp - Mehrwert OG. Erstellt mit Wix.com